Projekt Hermelin

Der Sieger des Architekturwettbewerbs für die «Wohnüberbauung Pünt» in Regensberg ist das Büro Stücheli Pestalozzi Schiratzki Architekt*innen aus Zürich zusammen mit Ganz Landschaftsarchitekten mit dem Projekt «Hermelin».

Die Lösung besticht durch ihre Schlichtheit, das konsequente Durchdenken der ortsbaulichen Situation und die Zurücknahme des Gebäudes in Bezug zur Umgebung mit der Umarmung des angrenzenden Waldes oder wie die Architekten selber sagen: «Die vorhandene Struktur bildet die Grundlage für eine eigenständige und gleichzeitig ortsverträgliche Neubebauung».

Die folgenden Texte basieren auf der Wettbewerbseingabe vom Büro Stücheli Pestalozzi Schiratzki Architekt*innen und sind teilweise von uns gekürzt oder erweitert worden.

Ortsbauliche Setzung

Das Projekt orientiert sich konsequent an den im ISOS beschriebenen Schutz- und Erhaltungszielen sowie an den landschaftlichen Qualitäten des im Inventar verzeichneten Lägernraums. Ein zentrales Merkmal Regensbergs ist die Verzahnung von Siedlung und Landschaft, wie sie sowohl im ISOS wie auch im BLN als prägend genannt wird: Wiesen stossen fingerartig bis in den Siedlungskern vor, während die Waldhänge der Lägern direkt an die historische Bebauung anschliessen. Dieses charakteristische Ineinandergreifen bleibt im Projekt ungebrochen bestehen.

Gebäude und Umfeld

Der zusammenhänge Baukörper ist in der Höhe gestaffelt, orientiert sich an den vorgefundenen Gebäudestrukturen und entwickelt sich dem (teilweise aufgeforsteten) Wald entlang auf dem Lägernkamm zur Dorfmitte hin. Ein grosser Teil der abfallenden Wiese bleibt unverbaut und stösst nach wie vor weit ins Dorfzentrum vor – die Sichtachse zum Schloss hin bleibt unverbaut.

Die neuen Eingriffe stärken das vorhandene Gefüge, ohne dessen Lesbarkeit zu beeinträchtigen. Damit wird die Weiterentwicklung des Ortes in einem Mass vollzogen, das sowohl die landschaftlichen als auch die siedlungsräumlichen Schutzanliegen respektiert und fortschreibt.

Umgebung

Die eingestreuten Hochstamm-Obstbäume im offenen Wiesland unterstreichen den ländlichen Charakter der nahen Umgebung. Die magere Wiese am Südhang erstreckt sich wie ein grüner Teppich bis zum Dorf. Der nahe Wald im Norden wird mit Einzelbäumen und Baumgruppen mit derselben Arten ergänzt. Der flachgründige Kalkboden verzahnt sich mit dem seltenen Ahorn- Sommerlindenwald und bietet kleinräumig mit seinen unterschiedlichen Standortbedingungen ideale Voraussetzungen für eine artreiche Flora und Fauna.

Situation

Ein grosser Gemeinschaftsgarten (Pünt) bildet den neuen Auftakt der Wohnüberbauung Pünt und schafft gleichzeitig Identität für das Wohnen am Dorfrand. Der gepflasterte Platz beim Gemeinschaftsraum wird durch einen Nussbaum (Juglans regia) geprägt und bietet einen leichten Schatten im Sommer. Hier kann gefeiert und die Geselligkeit gepflegt werden. Ein Brunnen mit einer Eiche markiert einen kleinen Platz als Ort der Begegnung auf dem Weg nach Hause.

Wohnungen

Die Treppenhäuser selber sind im Split organisiert und erlauben so eine optimale Einpassung in die Topografie. Gleichzeitig wird der Baukörper fein gegliedert und auf die Massstäblichkeit des Ortes heruntergebrochen. 

Die Wohnungen sind grundsätzlich 2-spännig organisiert, in jeder Wohnung wird der Übergang von Wald zu Obstwiese und Aussicht erlebbar. Sie werden in  Gartenwohnungen im Parterre, Geschoss- und Dachwohnungen (mit Oberlicht) unterschieden und sind als Dielentyp organisiert, mit grossen einzeln nutzbaren Zimmern, die eine hohe Flexibilität ermöglichen. Die Küchen greifen jeweils in den Scharnierteil der Treppenhäuser aus und holen Licht in die Diele. Zum Wald oder zur Aussicht hin orientiert, sollen sie mit nach Aussen öffnenden Faltschiebefenster ausgestattet, zu einem Herzstück der Wohnung werden.

Grundrisse

Wohnungsmix

  2 Zi 3 Zi 4 Zi 5 Zi Total
EG 4 3 4   11
1.OG   2 2 6 10
2.OG   2 2 6 10
DG 2 1 7   10
Total 6 8 15 12 41

 

Ausstellung und Infoveranstaltung

Am 7. März wurden alle Wettbewerbsprojekte in der Turnhalle in Regensberg ausgestellt und an einer Infoveranstaltung stellten die Architekten ihren Hermelin vor.

Wir als Baugenossenschaft Pünt Regensberg haben nicht nur ein wunderschönes, intelligentes Projekt, sondern auch ein fantastisches Team gefunden.